Häufige Fragen
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1. Was verstehen wir unter einer Narbe?
Einerseits die allgemein bekannten Veränderungen der Hautoberfläche.
Funktionell problematischer sind jedoch oft die Veränderungen des Gewebes in der Tiefe. Dabei handelt es sich um minderwertiges
Bindegewebe und die Verklebungen verschiedenster Strukturen. Die Ursachen können vielfältig sein und es kann
sogar so weit gehen, dass auf der Körperoberfläche nichts direkt wahrnehmbar ist. Wenn wir in der Manuellen Narbentherapie
(MNT) der Einfachheit halber von Narben sprechen, sind also auch und gerade ihre "Begleiterscheinungen" gemeint.
2. Was unterscheidet die Manuelle Narbentherapie von anderen Therapien?
Physiologische Beschwerden können auf vielfältige Weise
therapiert werden. Die Patienten haben von fast allen physiotherapeutischen Techniken einen Nutzen. Oft wird aber nur das
Symptom behandelt und so beispielweise der Schmerz durch Entspannung der schmerzhaften Struktur gesenkt. Dies ist aber
oft nur ein kurzfristiger Effekt, denn der Auslöser sitzt meist an einem anderen Ort. In der MNT werden die Ursachen
angegangen, auch und gerade wenn sie weiter vom Schmerzgeschehen entfernt sind. So kann der Teufelskreis aus restriktionsbedingter
Fehlhaltung, Überlastung an anderer Stelle, Schmerz der überlasteten Struktur, Schonhaltung vermieden werden.
Durch Beseitigung der auslösenden Faktoren wird erneutem Schmerz und verfrühtem Verschleiss der Gelenke oder
Wirbelsäule vorgebeugt. Oft kommen die Patienten allerdings erst in die Therapie, wenn bereits verschleissbedingte
Schmerzen eingetreten sind. Die MNT kann natürlich niemanden tatsächlich "verjüngen", durch die
Optimierung des Bewegungsapparates fühlen sich viele Patienten jedoch so.
3. Wodurch entstehen Narben und Verklebungen?
Ursache ist ein Untergang von Gewebe. Das kann unterschiedliche
Ursachen haben, wie Verletzungen, Operationen, stumpfe Traumen. Aber auch vermeintliche Bagatellen wie Überlastung, "Umknicken",
Warzenentfernung, Hautverpflanzung, infizierte Stiche und Bisse gehören dazu.
4. Woran erkennt man entzündungsbedingte Verklebungen?
Sie müssen nicht unbedingt mit Hautveränderungen einhergehen.
Ursache kann beispielweise auch ein stumpfer Schlag, ein infizierter Insektenstich, eine Überlastung oder auch nur
ein banaler Sonnenbrand sein.
5. Können entzündungsbedingte Verklebungen nur an der Oberfläche
behandelt werden?
Nein, die Techniken der MNT sind tiefenwirksam. Wir behandeln
beispielweise auch Verklebungen, die nach Bauchoperationen an den inneren Organen auftreten.
6. Was macht Narben problematisch?
Die Narbe durchbaut unterschiedliche Schichten, die normalerweise
sehr leicht zueinander verschieblich sind. Man spricht dabei auch von Verklebungen. Dadurch kann beispielweise ein Muskel
nicht über seinen normalen Bewegungsumfang optimal arbeiten. Da in unserem Körper die Muskeln funktional in Ketten
und Fasziensysteme zusammenarbeiten, wird die Einschränkung noch andere Bereiche betreffen und muss woanders ausgeglichen
werden. Über einen längeren Zeitraum sind Überlastungserscheinungen die Folge.
7. Warum werden Narben oft nicht als Beschwerdeursache erkannt?
Es handelt sich um Ersatzgewebe, das sehr fest ist. Es wird kaum
von Nerven durchzogen und ist daher wenig sensibel. Oft treten die Probleme in der Umgebung der Narbe auf.
8. Welche direkten Beschwerden können von Narben ausgehen?
- Druckempfindlichkeit durch erhöhte Spannungen
- Durchblutungsstörungen
- Schwellung durch Einschränkung von venösen Blut- und Lymphgefässen
- Erhöhung der Hauttemperatur
- Taubheitsgefühl durch Einschränkung des Nervensystems
- Übersensibilität durch Veränderung der Hautrezeptoren
- Wetterfühligkeit durch Spannungsänderungen
- Juckreiz
- lokale Verhärtungen der Haut
- erhöhtes Verletzungsrisiko schon bei kleinen Stössen
- Einziehungen der Haut
9. Welche indirekten Beschwerden können von Narben ausgehen?
Die Narbe zwingt uns in eine – meist unbewusste – Schonhaltung.
Da im hochkomplexen System Körper alles funktional ineinander greift, können auch weit entfernte Strukturen in
ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sein. Gesunde Strukturen – oft der anderen Körperhälfte – müssen
das Defizit ausgleichen und werden permanent überlastet. Dies schädigt auf die Dauer gesundes Gewebe und führt
zu diffusen Schmerzsymptomatiken. Der Schmerz kann sich kurzfristig, oder auch erst über Jahre und Jahrzehnte entwickeln.
Beispielweise behandeln wir Patienten mit Schulterproblemen häufig an den Füssen. Bei Rückenpatienten ist
die Ursache oft im Bauchbereich zu finden.
10. Können auch innere Narben und Verklebungen gelöst werden?
Ja, denn die Techniken der MNT sind sehr tiefenwirksam. Man kann
auch tiefgehende Restriktionen, beispielweise nach Blinddarmoperationen, Kaiserschnitten, Leistenbruchoperationen, Gallenblasenentfernungen
usw. beseitigen.
11. Können alle Narben gelöst werden?
Grossflächige Narben sind möglicherweise nur teilweise
zu lösen, da sie meist auch sehr tief gehen. Wenn die Haut und die Unterhaut eminent geschädigt sind, kann man
den Bereich des Narbengrundes auch durch MNT nicht vollständig lösen. In diesem Fall ist so viel Narbengewebe
vorhanden, dass es sich wie eine massive Platte anfühlt. Wir konnten aber bisher in jedem Fall eine wesentliche Verbesserung
des Randbereichs und der tiefen Verklebungen erzielen. Dabei verbesserten sich die Sensibilität und die Durchblutung. "Teigige" Ödeme
des Narbenrandes verschwanden vollständig oder wurden deutlich weicher.
12. Können auch alte Narben noch gelöst werden?
Interessanterweise scheinen sich Narben/Verklebungen auch über
lange Zeiträume nicht von selbst zu verbessern. Durch Schrumpfungsprozesse ist sogar häufig das Gegenteil der
Fall. Die bisher älteste von uns behandelte Narbe hatte ihre Ursache durch eine Verbrühung in den 1930er Jahren
und war absolut lösbar.
13. Wann kann mit der Narbentherapie begonnen werden?
Frühestens 3 Wochen nach einer Operation oder Verletzung.
Dann sind die Entzündungs- und Proliferationsphasen der Wundheilung abgeschlossen. Nun beginnt die Konsolidierungsphase,
in der das neu gebildete Bindegewebe organisiert wird. Durch schonende MNT kann man die Ausbildung der Narbe wesentlich
verbessern. Beweglichkeit und Durchblutung nehmen zu, Folgeerscheinungen werden vermieden.
14. Wie viele Therapiesitzungen benötigt man?
Zum vollständigen Lösen einer Narbe/Verklebung sind
in der Regel nicht mehr als 6 bis 12 halbstündige Sitzungen erforderlich. Dies ist jedoch nur ein ungefährer
Wert, denn oft finden sich im Laufe der Therapie mit standardisierter Untersuchung des gesamten Körpers weitere behandlungswürdige
Anomalien. Da es sich bei der MNT um ein ganzheitliches Behandlungskonzept handelt, legen wir grössten Wert auf eine
möglichst umfassende Behandlung. Nach Beseitigung der Restriktionen sollte der Patient zum optimalen Therapieerfolg
ein begleitendes individuelles Hausübungsprogramm absolvieren, das Physiologischem Haltungstraining (PHT). Bei einer
vollständigen Erstbehandlung sind so öfter bis zu 18 Sitzungen sinnvoll.
15. Woran erkennt man, dass Narben vollständig gelöst sind?
Wenn sie keine anormalen Spannungen, Verklebungen oder Missempfindungen,
weder auf der Oberfläche noch in der Tiefe mehr auslösen und dass alle Bewegungen der betroffenen oder Nachbargelenke
endgradig möglich sind.
16. Bleiben Narben/Verklebungen nach MNT dauerhaft gelöst?
Eindeutig ja, denn sie sind Ergebnis einer Entzündung in
der Vergangenheit. Solange kein erneuter Gewebsschaden eintritt, wird auch keine Verschlechterung eintreten.
17. Warum sind Narben wetterfühlig?
Ursachen sind erhöhte Spannung, Veränderungen der Sensibilität
und mangelnde Durchblutung. Dies kann mit der MNT signifikant verbessert werden.
18. Warum sind Narben verfärbt?
Ist die Narbe weisslich verfärbt, liegt dies an der dichter
werdenden "Packung" von Bindegewebe. Durch die Spannungsreduktion kann dieser Prozess zum Positiven verbessert
werden. Ist die Narbe rötlich-bläulich livide verfärbt, liegt dies an einer venösen Abflussbehinderung.
Durch die Spannungsreduktion kann dies oft vollständig zurückgehen, die Narbe nähert sich farblich der umgebenden
Haut an. Schwierig sind Narben mit übermässiger Bindegewebswucherung, sogenannten Keloiden. Hier zeigte die MNT
bisher nur wenig Erfolg. Betroffen sind häufig Asiaten und Afrikaner. Eine weitere Ursache kann eine verminderte Pigmentierung
der Haut nach Schädigung der betreffenden Hautschicht sein, dies lässt sich mit MNT nicht beeinflussen.
19. Lassen sich Sensibilitätsstörungen an und um Narben verbessern?
Definitiv, und zwar sowohl die Über- wie auch die Untersensibilität.
Mit dem Lösen der Gewebsspannung können die in der Haut erteilten Drucksensoren ihre durch die erhöhte Spannung
verloren gegangenen Funktionsfähigkeiten zurück gewinnen.
20. Können Narben Schwellungen bzw. Ödeme verursachen?
Ja, denn sie stellen für das hochempfindliche Lymphsystem
eine Barriere dar. Je grösser die Ausdehnung der Narbe ist, desto stärker ist die Störung. Mit der MNT können
zwar keine unterbrochenen Verbindungen wieder hergestellt werden. Abflussbehinderungen der Umgebung werden jedoch deutlich
reduziert.
21. Können Verklebungen Besenreisser verursachen?
Ja, denn die Ursache ist ein erhöhter Gewebsdruck in der
Tiefe. Das venöse Blut wird notgedrungen über oberflächliche kleine Hautvenen geleitet und diese weiten
sich auf. Der Besenreisser verschwindet nach Lösen der Spannung durch MNT oft vollständig.
22. Können Narben Krampfadern verursachen?
Ja, die Ursache ist die gleiche wie bei den Besenreissern. Je
früher man die Spannungen beseitigt, desto weniger werden sich Krampfadern manifestieren. In diesem Zusammenhang sind
auch Vernarbungen nach bereits erfolgtem "Ziehen" von Krampfadern problematisch. Sie provozieren neben Bewegungseinschränkungen
und ihren Folgen oft erneute Krampfadern.
23. Welche physiotherapeutischen Massnahmen sind sinnvoll, nachdem die
MNT abgeschlossen ist?
Nach Beseitigung der Restriktionen sollte der Patient zum optimalen
Therapieerfolg ein begleitendes individuelles Hausübungsprogramm absolvieren, das Physiologischem Haltungstraining
(PHT). Ziel ist der aufrechte Mensch mit möglichst geringer Belastung des gesamten Bewegungsapparates und harmonischem
Gangbild. Gerade auch beim älteren Menschen kann so eine Ökonomisierung des Kraftverbrauchs erzielt werden.
24. Kann man Narben auch durch Salben beseitigen?
Salben haben allenfalls einen relativ oberflächlichen optischen
Effekt. Die MNT wirkt eher in der Tiefe und schafft damit auch eine Grundlage für eine Verbesserung der Optik.
25. Kann man Narben auch durch Unterspritzen lösen?
Unserer Erfahrung nach hat dies eher einen oberflächlichen
kosmetischen Effekt, analog den Salben.
26. Kann man Narben auch durch Operationen lösen?
Es gibt schwere Narben, bei denen eine erneute, möglichst
minimal invasive Operation sinnvoll sein kann um die Beweglichkeit zu verbessern. Falls dies tatsächlich notwendig
sein sollte, schafft die MNT optimale Voraussetzungen.
27. Können Narben und Verklebungen am Hals nach einer OP für
starke Schluckbeschwerden verantwortlich sein?
Ja, die Beweglichkeit des Kehlkopfs wird durch die erhöhte
Gewebsspannung eingeschränkt, was zur Beeinträchtigung der Schluckmotorik führen kann. Diese Narben lassen
sich erfahrungsgemäss mit der MNT leicht lösen.
28. Wachsen Narben bei Kleinkindern mit und können diese später
im Erwachsenenalter zu Problemen führen?
Die Haut von Säuglingen ist zwar erheblich flexibler als
die von Erwachsenen, es kann aber dennoch langfristig zu Bewegungseinschränkungen und Fehlhaltungen kommen. In der
Praxis hat sich gezeigt, dass die Narben aus Kindertagen sich sehr gut lösen lassen. Es gibt also keine Narbe die "zu
alt" ist.
29. Was kostet die Manuelle Narbentherapie?
Die Manuelle Narbentherapie ist Teil der klassischen Physiotherapie
und wird als solche abgerechnet. Eine Sitzung dauert 30 Minuten und kostet 45.15 CHF, bzw. 30.00 €.
30. Übernehmen die deutschen Krankenkassen die Kosten für die
Manuelle Narbentherapie?
Da die Manuelle Narbentherapie als klassische Physiotherapie
verrechnet wird, übernehmen die deutschen Krankenkassen gewöhnlich die Kosten für die physiotherapeutische
Behandlung in der Schweiz. Pro Sitzung à 30 Min. sind das 30.00 €. Um sicher zu gehen, nehmen Sie am besten
zuvor Kontakt mit Ihrer Kasse auf.
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